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Hier ist also mein Wohnzimmer. Ich habe  vorher aufgeräumt, sonst hätten sie die Türe nicht aufbekommen vor lauter Leinwänden und Farben. Meine gesamte Wohnung gleicht oft einem Schlachtfeld. Aber es stört mich nicht. Ich gehe dann einfach zum Strand und aale mich im Sand. Vielleicht kommen die Heinzelmännchen in der Zwischenzeit und räumen auf. Aber um Gottes Willen , immer wenn ich aufräume, finde ich keinen Pinsel .

. Ich heiße übrigens, ach ist auch egal, sagen Sie einfach Frau Künstlerin zu mir.

Mein Lieblingstischler hat all die schönen Möbel hergestellt, die ich erträumt habe.Der Stuhl ist lebensgefährlich, damit bin ich schon ein paar mal umgekippt, aber egal, Hauptsache er sieht gut aus.

Ich wohne ganz nah am Wasser. Sie sehen ja die Segelschiffe. Vor einiger Zeit bin ich mit ein Segelschiff gefahren, und was sage ich Ihnen, wir sind in ein Sturm geraten. Gut, dass ich eine Rettungsweste anhatte und einen Klaren vorher getrunken habe, sonst hätt ich mich gek....., na ja, Sie wissen schon. Eine  Künstlerin ist auch nur ein Mensch. Ein Angler auf dem Schiff ist über Bord gegangen und ein Fisch hat ihn in die Zehe gebissen. Wir haben ihn wieder rausgefischt und ihn verarztet.

Abends saß ich dann noch am Strand mit meinem Zeichenblock und habe nur noch Wellen gemalt.  Und nun überlege ich, ob ich wohl auf ein Schiff ziehe, nur ob ich dann noch ein vernünftiges Bild mit geraden Linien hinbekomme, das ist fraglich.

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O, mein herrliches Schlaf-und Arbeitszimmer.

Den Läufer habe ich selbst genäht mit einer Applikation. Überall liegen Kunstbücher und Leinwände umher. Sie sehen ja, auch einen Fernseher habe ich mir geleistet, denn ich muß ja wissen, was in der Welt so los ist.

Alles was Sie hier sehen, stammt von mir.

Ich säge, streiche, nähe und male. Bei mir gibt es keine Langeweile. Das wäre ja noch schöner, wenn ich nicht wüßte, mit meiner Zeit wohin.

Jetzt bin ich dabei ein Gästezimmer einzurichten. Aber dazu später.

Den Fußboden habe ich natürlich weiß gestrichen. Wehe ich gehe da mit Schuhen rein ! Mit Schuhen darf man nie in eine Wohnung gehen wegen der negativen Energien, sagte mir meine Freundin Monika , die Malerin, die meine Wohnung gemalt hat.  Sie sagt immer, dass sie die Weisheit mit Löffeln gegessen hat. Sie sagte mir einmal, dass sie immer mit einem Buch unter ihrem Kopfkissen schläft wegen der Lernerei. Doch das ist noch nicht alles.

Ich erzähle hier mal, was sie so drauf hat.

Sie hat , bis auf ein Zimmer, überall Deckenlampen, wegen der Stromkabel. Die geben,  sagt sie, Elektrosmog ab. Nach dem Essen kochen macht sie sofort die kleine Sicherung aus, wegen dem Elektrosmog .  Abends ist es dann ganz verrückt , da fliegen alle Stecker aus den Wänden. Auch erzählte sie mir, wie sie schläft. Also immer im Gegenzug. Auch bei Minusgraden. Einmal im Winter hatte sie auch ihre Fenster auf und alle Heizungen sowieso aus. Ein dünnes Schafwollbett und ein dünnes Nachthemd. Als sie früh munter wurde, waren es -10 Grad. Sie wußte nicht, wie sie aus dem Bett kommen sollte. Dann geht sie ins kalte Bad und duscht sich ab, da stehen alle Haare zu Berge. Doch sie bleibt von der Wintergrippe verschont. Schön wird es, wenn Sturm ist. Dann hat sie wie immer Gegenzug. Da wackeln am Haus die Rosengitter, manchmal leutet am Haus die Schiffsglocke vom Sturm und sie hat das Gefühl, gleich fliegt ihre Bettdecke in die Luft. Das ist für sie ein super Erlebnis, ein aufregendes Schlafen. Das eine Fenster zeigt zum Nordosten, da wo die Ostsee rauscht. Dann legt sie mehrere kleine Kisschen mit Zirbenholzspähne neben sich und besprüht sie auch noch mal mit echtem Zirbenholzöl.  Ich will es auch mal versuchen.

Monika spült mit kaltem Wasser ihre Kaffeefilter aus und trocknet sie. Der Inhalt fliegt vorher in den Garten. Bei Hitze hat sie ein Stück rohe Gurke dabei und kühlt damit ihre Arme und was noch so alles dran hängt. Sie sagt, das sind zugleich Vitamine und die Gurke wird nicht wärmer als 15 Grad. Auf die Idee muss erst mal jemand kommen.

 Eine Microwelle käme ihr nie ins Haus. Auch keine Spülmaschine.

Im Sommer, wenn es sehr heiss ist, hängt sie von Aussen weiße Baumwolltücher vor die Fenster, und schon wird es kühl, sagt sie. Ich habe es ausprobiert, sie hat recht. Das, so sagt sie, haben unsere Vorfahren schon gemacht. Sie hat im Haus keine Gardinen oder Teppiche. Alles Staubfänger und hat mit viel Arbeit zu tun. Sie macht vollkommen einen auf Öko, nur mit den Plastetüten für Obst und den Verpackungen hat sie Probleme. Sie sagt, das lösen wir in diesem Jahrhundert nicht mehr, doch das Jahrhundert ist noch lang. Der Jugend wird schon was einfallen, was die Alten versaubeutelt haben.

Ich will sie nun  verschonen, sonst krieg ich von Monika eine auf die Mütze. Doch eines noch. Sie lebt ja den Minimalismus. Wer das Wort nur erfunden hat. Monika hat nur ein paar Winterstiefel, ein paar Frühling - und zugleich Herbstschuhe und ein paar Sommerschuhe, die sie dieses Jahr etwas mit Glitzer angemalt hat. Ihr kennt ja ihre Leidenschaft. Was braucht sie 10 paar Schuhe, wenn sie doch ihre Malerei hat. Alles unwichtiges Zeug.  Sonst zählt  nur die Kunst  bei ihr. Bei mir auch. Deshalb gehen wir jetzt gemeinsam in mein Badezimmer.

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O, meine wunderschöne Badewanne!

Ein Bad genehmige ich mir jeden Tag.  Wir sollen es uns doch auf der Erde gemütlich machen, dazu gehört auch das Bad ! Ich tropfe ein wenig Mandelöl und süße Sahne ins Wasser und springe dann in die Fluten. 39 Grad hat mein Badewasser. Aber o Schreck, meine Badewanne ist schon öfter übergelaufen. Ich habe mir nun eine Alarmanlage angeschafft, die dann loslegt, wenn das Wasser 10 cm vom Rand entfernt ist. Wenn ich male und das Wasser läuft, denke ich doch nicht mehr an die Badewanne, nur noch an mein Bild. Dann erlebte ich hier schon sintflutartige Zustände. Genau so geht es mir mit der Kocherei. Angebrannt ist mein Essen schon sehr oft. Da habe ich nun auch eine Alarmanlage über den Herd gehangen. Wir müssen immer erfinderisch sein.

Den Fisch habe ich mir anfertigen lassen von meinem Lieblingstischler. Wenn ich komme, ist er schon im Voraus begeistert, denn er weiß schon, dass es wieder eine interessante Arbeit für ihn sein wird.

Die Wanne habe ich selbst angemalt.

Die Aussicht ist wieder überwältigend. Rapsfelder ohne Ende und natürlich der Strand gleich in der Nähe. Gott sei Dank wohne ich an ökologisch betriebenen Rapsfeldern ohne Glyphosat. Da klärte mich wieder mal meine Freundin Monika auf.  

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Ja, meine lieben Besucher, hier sehen Sie mein Duschbad. Ich habe tatsächlich zwei Bäder!

Mein Haus ist zwar sehr klein, hat aber viele Zimmer.

Ich kann es einfach nicht lassen, alles anzumalen. O, mein schönes WC ! Haben Sie denn so was schon mal gesehen?

Meinen tollen Handtuchständer hat wie immer mein Lieblingstischler angefertigt.

Meine Malerkollegin ist von meinen Ideen auch ganz begeistert.

Sie will nun ihre Wohnung auch auf den Kopf stellen und alles anmalen.

Nun weiter zu mir. Sie wissen ja, ich bin die Malerin auf dem Bild.

 Jetzt sage ich Ihnen mal was zu meinen Handtüchern.

Je nachdem , was ich für eine Laune habe, nehme ich das entsprechende Handtuch. Nicht das Sie denken , nach Weichheitsgrad nehme ich die Handtücher,  nein ,sondern nach Farben. Bin ich früh schon gestreßt, nehme ich Blau, will ich kreativ sein, nehme ich Gelb, habe ich eine Erkältung, was ja alle 5 Jahre mal vorkommt, nehme ich Grün ! Was sagen Sie dazu ? Sie wissen ja, das hat mir Kollegin Schlaumeierin gesagt. Deshalb lebe ich in meinem Haus auch alleine, denn ein Mann, meine lieben Besucher, würde hier verzweifeln.

Was für eine Erholung!

 Übrigens habe ich einen goldenen Wasserhahn ! Meine Badläufer habe ich alle selbst genäht. Meine Nähmaschine rattert fast jeden Tag. Kommen Sie mich ruhig besuchen. In meinem Haus befindet sich ein ganz kleines Lädchen mit all den schönen gebastelten, genähten und gemalten Sachen von mir. So, ich will  jetzt duschen und danach besuche ich eine Ausstellung.

Heute war es sehr warm. Gemessen habe ich 28 Grad. Das Ostseewasser beträgt 22 Grad.

Das ist meine herrliche Küche. Ich hänge wieder mal an der Wand. Wie Sie bemerken, mir schmeckt es.Ich habe irgendwie ein Kochlöffelgesicht.

An der anderen Wand steht meine Geschirrspüle. Meine Möbel hat mir mein Lieblingstischler hergestellt und ich habe sie angemalt. Den Fußboden habe ich frisch gestrichen.

Mein Stuhl hat nur 3 Beine, das ist mir im Traum begegnet.

Die Puppe habe ich selbstverständlich  genäht.

Heute gibt es Fischsuppe. Den Fisch habe ich mir vom Fischer gekauft. Er fährt jeden Tag mit seinem Boot aufs Meer. Meist angelt er Hering oder Dorsch. Das gibt wieder ein gutes Essen.

Sie sehen ja meine traumhafte Aussicht auf das Meer und die Rapsfelder. Das war auch wieder einmal meine Idee mit dem Guckloch.

Heute habe ich schon einen Kuchen gebacken, und nach dem Essen gehe ich mit meinen Zeichenblock zum Strand. Ich sitze dann in der Sonne im warmen Sand und male den Strand. Viele Urlauber werden da sein. Alle wollen sich im Sand aalen und natürlich baden gehen.

Wenn ich meinen Globus anknipse, strahlt die ganze Küche in einem  wunderbarem Licht. Ich denke mir dann, dass ich auch einmal die Länder besuchen werde.

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Gästezimmer 1.

Meine lieben Besucher meiner Künstlerwohnung, hier sehen Sie mein wundervolles Gästezimmer für Künstlerkolleginnen , die es werden wollen , und meiner Verwandtschaft.

Der Schrank ist wie ein Globus gemacht, natürlich wie immer von meinem Lieblingstischler. Die Puppen habe ich natürlich genäht, wie auch die Gardine.

Hier können sich meine Besucher erholen und mit mir zusammen malen. Ich sage Ihnen mal was. Immer wenn der Mensch malt, töpfert und weiß ich , wie er kreativ ist, bleibt für ihn die Zeit stehen und er altert nicht. Was sage ich Ihnen, das kommt doch wieder von meiner Schlaumeierin !

Ich gebe in meinem schönen Künstlerhaus Unterricht. Also kommen Sie doch zu mir.  Lesen Sie vorher über die großen Meister. Das ist ganz wichtig. Ich bin am Überlegen, ob ich eine Ferienwohnung für die männlichen Maler anbaue. Sie haben sich auch schon öfter angemeldet. Das muss ich mir gründlich überlegen. Nicht das ich mich dann noch verliebe.

 

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Das ist das Bad meiner Gäste! Die Aussicht ist wie immer traumhaft schön.

Sie sehen mein Boot am Strand liegen. Wenn ich meine absolute Ruhe  möchte, fahre ich damit aufs Meer. Ich nehme mir ein Butterbrot mit, einen Kompass und etwas zum Trinken. Dann fahre ich für ein paar Stunden hinaus, nicht so weit natürlich, immer in Ufernähe. Ich lebe ja von meiner Kunst, brauche nicht zur Arbeit, ich bin frei ! Ich lebe ein ganz freies Leben, aber glauben Sie mir, ich bin sehr sparsam, falls schlechte Zeiten mich überraschen. Viele Menschen besuchen mich und kaufen meine Bilder. Ich male oft den ganzen Tag. Kunst ist mein Leben ! I  Kunst ist traumhaft schön. Kunst ist GÖTTLICH !  

   Besuchen Sie mich !

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Gästezimmer 2.

Ich habe angebaut. So viele Künstler wollen mich besuchen. Das Bett habe ich von einer Fischersfrau aus meinem Dorf abgekauft. Sie hat es ebenfalls bei unserem Tischler anfertigen lassen. Ich hänge auch wieder mal an der Wand. Wenn Sie mich besuchen wollen, melden Sie sich rechtzeitig an. Meine Malkurse sind fast immer ausgebucht. Wir malen am Strand bei Sonnenschein. Doch ich darf mich nicht verausgaben, denn mein Boot wartet auch auf mich. Ich habe schon überlegt, ob ich mit meinen Malerkollegen mit meinem Boot hinaus fahre. Nur mein Boot ist etwas klein. Da müssen wir übereinander sitzen. Dann macht es platsch, und wir liegen alle im Wasser. Und unsere schönen Kunstwerke  essen die Fische auf. Nun muß ich noch ein Bad anbauen lassen für meine Maler. Ich werde Ihnen dann das wunderschöne Bad zeigen.

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Das Bad für mein 2.Künstlergästezimmer ist nun endlich fertig. Hier sehen Sie nun das Kunstwerk! Meine Malerin und Kunstfreundin Monika will auch so ein Klo, sagt sie. Macht man den Deckel auf, erklingt sofort Musik. Die Aussicht aus dem Fenster ist wieder mal atemberaubend. Wasser so weit das Auge reicht.

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Das ist mein Haus.

All die schönen Bilder hat meine Malerkollegin Monika gemalt.

Auch Monika hat so ein schönes Haus, aber leider vom Strand 10 Minuten entfernt.

Mein Haus ist sehr alt. Meinen Großeltern gehörte es  .

 Ganz in meiner Nähe ist ein Kino, das wunderschöne Dorf, ein Segelhafen, Schule, Kindergarten direkt am Strand, eine kleine Bäderbahn, viele Radwege  und gutes Essen. Also kommen Sie uns besuchen!

Vor meinem Haus liegt nur Sand. Ich habe nicht die Erde zugepflastert. 

Oft male ich draußen . Kein Tag vergeht ohne Kunst. Ich mache auch mal eine Kunstpause, denke aber immer an meine Malerei. Die Pause hält meist nur 1 bis 2 Tage an.  Dann  kommen die Pinsel wieder zu mir.  In dieser Kunstpause stelle ich mein Haus auf den Kopf, lade mir Künstler ein, esse viele Pralinen oder  liege faul am Strand. Aber wenn meine Schlaumeierkollegin eine Pause macht,  räumt sie meistens um. Dann sucht sie ihre Pinsel. Dann ist alles zu spät.

Ich glaube, ich schaffe mir 2 Schafe an, damit mein bisschen Rasen immer gepflegt aussieht. Sie werden aber niemals gegessen. Dann muß ich ja noch einen Schafstall bauen. Das bringe ich doch zustande.

 Es wird nie langweilig bei mir.

nun hat mir meine malerin monika ein paar fotos von ihrem atelier zugesendet. sie bedauert sehr, dass sie nicht so ein meerblick wie ich habe.

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hier sitzt sie und zeichnet oder schreibt der Welt.
Ausblick
Ausblick Atelier. Sie erzählte mir, sie hat vor Jahen einen Holzbildhauerkurs belegt. Das sind ihre Skulpturen aus Eiche. Das hat sie aber nicht gelernt. Zu mehr reicht es nicht, sagt sie.
Aussicht aus dem "Schönheitssalon"
sie sagte mir, sehr gerne hängt sie Pinsel in die Fenster.
Am Hauseingang
Nähe Hauseingang
Hauseingangseite
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© Monika Giessler